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Nachhaltiges Bauen


Um ein Haus nachhaltig zu konzipieren, gibt es verschiedene Planungs- und Handlungsansätze:

1. Langlebigkeit anstreben

Um eine lange Lebensdauer für Ihr Haus oder Ihre Wohnung zu erreichen, können bereits in der Planung Schritte für eine lange Werterhaltung berücksichtigt werden. Da die einzelnen Komponenten eines Gebäudes eine unterschiedliche Lebensdauer haben, sollten Sie darauf achten, dass diese schadenlos voneinander trennbar sind. Langfristig gerechnet, wird Ihnen die vorausschauende Planung viel Geld bei Folgeausgaben einsparen.

Für die Gebäudehülle kommt zum Tragen:

• dass die Konstruktion bauschadenssicher ist (u.a. Beachtung von Untergrund, Tektonik und Ausdehnungsverhalten),
• dass langlebige Materialien verwendet werden (Frostsicherheit, UV- und Korrosionsbeständigkeit),
• dass Kondenswasserschäden durch falsch installierte Dampfsperren ausgeschlossen werden (Dichtigkeit prüfen: “blower-door”-Verfahren).

Bei Fenstern, Türen, Treppen und Anbauten ist folgendes zu beachten:
• haltbaren Wetterschutz wählen; diesen besser konstruktiv (Vordach etc.) als konservativ (Anstrich, Beschichtung),
• lösbare Verbindungen einsetzen (erreichbare Schrauben statt Einmal- Verbundlösungen),
• lösbare Fugendichtungen (Dichtbänder und lose eingebaute Materialien statt aushärtender Schaum) benutzen.

Die Haustechnik-Installation sollte vorausschauend miteinbezogen werden. Sie werden langfristig Kosten sparen, wenn:

• die Produkt-Lebensdauer von Installationen (Qualität und Garantiezeiten und ggfs. Nachrüstbarkeit) berücksichtigt wird,
• die Erreichbarkeit von Leitungen für Reinigung, Reparaturen und Nachrüstung (Revisionsöffnungen, In-Rohr-Verlegung von Kabeln) eingeplant wird,
• die Möglichkeit zur Nachrüstung mit innovativer Haustechnik vorgesehen ist,
• Leitungen und Kabelrohre für Nachrüstung und Umnutzung vorgehalten werden.

Flexibilität und Variabilität einplanen

Es kann zur Befriedigung erst später auftretender, völlig anders gearteter Ansprüche beitragen, wenn für eine mögliche Umnutzung von Räumen die Trennbarkeit veränderlicher und unveränderlicher Bauteile vorgesehen ist (“room-rafting”, “Schalträume”). Auf eine sich verändernde Lebens- und damit auch Wohnraumsituation, wie sie in vielen Haushalten vorkommt, kann so flexibel und ohne große Aufbrüche der Wände oder gar Umzug reagiert werden (Beispiel: Abtrennung von Zimmern zu einer kompletten und getrennt bewohnbaren Wohnung bei Bedarf, Hinzunahme eines vorerst vermieteten Apartments).

2. Unkomplizierte Bauformen und Mehrwegschalungen wählen

Einfach gehaltene Bauformen wie rechtwinklige Baukörper ohne Vor- und Rücksprünge reduzieren das Abfallaufkommen erheblich. Zudem sind einfache Konstruktionen weit weniger schadensanfällig. Es entsteht weniger Verschnitt an Baustoffen bzw. Details mit den hierzu benötigten Materialien.
Auch kann durch den Einsatz wiederverwendbarer Sytemschalungen der Abfall von oberflächenbehandelten Schalbrettern vermieden werden.

3. Maßnormen beachten

Schon aus arbeitstechnischen Gründen ist es üblich, die Maßordnung (Palette an Standardmaßen im Rohbau) zu beachten, welche dann das Ausbauraster vorgibt. Die Anwendung von Standardmaßen ermöglicht rasches und passgenaues Arbeiten und verhindert unnötigen Materialverschnitt. Die mit der Planung Beauftragten kennen die Maßordnung und sie können Ihre Vorgaben zur Abfallvermeidung umsetzen.

4. Fertigteile einbauen

Bei der Verwendung von Fertig-Elementen fallen die Herstellungsreste im produzierenden Betrieb an, wo sie direkt in Recyclingkreisläufe gegeben werden können. Hier bieten sich besonders Verschalungselemente aus Holz und Decken, Böden und Treppen aus Betonfertigteilen an.
Bei einzelnen Fertigteiltypen (z.B. fertig lackierte Heizkörper) fallen allerdings voluminöse Verpackungen an: hier ist Produkten mit Mehrwegverpackung der Vorzug zu geben.

5. Reparaturfreundlichkeit vorsehen

Um Reparatur- und Instandsetzungsarbeiten ohne Beschädigung der Bauteile durchführen zu können, sollte gewährleistet sein:

• dass Verbindungen konstruktiv lösbar sind: geschraubt oder gesteckt statt genagelt, geklammert oder geklebt; Schraubenköpfe sollen nicht zugespachtelt werden,
• dass die Erreichbarkeit der Leitungen gegeben ist (hinter lösbaren Dämmplatten verlegt; Verlegung eines nachbestückbaren Rohrsystems),
• dass für eine Ausbesserung oder Ergänzung die Materialien wiederbeschaffbar sind und genormte Maße verwendet werden.

6. Demontagevorsorge betreiben

Die Rückbaufähigkeit ist die weitergedachte Instandsetzungsfreundlichkeit, sie bezieht sich auf alle Bauteile. Hierbei sollte beachtet werden, dass

• konstruktiv lösbare statt Verbundlösungen bevorzugt werden, erst dies ermöglicht einen schadenfreien Abbau,
• dadurch bruchfreie Rückbaubarkeit gegeben ist,
• reduzierte Materialvielfalt eine spätere Sortierung und Wiederverwendung erleichtert,
• die Erreichbarkeit von Leitungen auch zur Demontage eingeplant wird,
• als unvermeidbarer Abfall anfallende Stoffe giftfrei sind,
• Materialklassen trennbar und gekennzeichnet sind.

7. Recyclingfähigkeit einbeziehen

Unter Recyclingfähigkeit versteht man entweder den Erhalt der Produktfunktion (Produktrecycling) oder den Erhalt bzw. die Wiederherstellung des Materials in anderer Funktion (Materialrecycling). Auch hier gibt es verschieden Möglichkeiten, Abfall zu vermeiden.

Die Vorbereitung für ein Produktrecycling:

• bruchfrei rückgewinnbares Material und Bauteile einplanen und benutzen,
• Materialvielfalt reduzieren,
• genormte, vorgefertigte bzw. modulare Bauteile benutzen,
• remontierbare Verbindungselemente (Schrauben statt Klammern, Nägel oder Klebstoffe) einsetzen,
• dauerhafte und aufarbeitbare Materialien verwenden,
• dauerhaften Korrosionsschutz einrichten.

Im Gegensatz zur Renovierung historischer Altbauten (s. Börse für historische Baustoffe) ist beim Neubau der Einsatz gebrauchter Teile noch völlig unüblich. Doch wenn mit dem heutigen Stand der Erkenntnis begonnen wird, die jetzigen Neuteile mit Perspektive auf spätere Wiederverwendbarkeit einzusetzen, können sich in den kommenden Jahrzehnten Strukturen entwickeln, wie sie sich z.B. bei runderneuerten Reifen in den vergangenen 20 Jahren etabliert haben und wodurch ein hohes Abfallvermeidungspotential ausgeschöpft wird.

Die Vorbereitung für ein Materialrecycling:

• Materialvielfalt niedrig halten,
• auf Verbundlösungen verzichten,
• Stoffe einsetzen, die mit geringem energetischen Aufwand recycelbar sind,
• alle recyclingfähigen Bauteile kennzeichnen und dokumentieren, z.B. in einem Hausbuch, einer Dokumentation über den Bau.

8. Schäden beim Bauen vermeiden

Bauschäden sind das Paradebeispiel für vermeidbaren Abfall. Hier ist die Aufmerksamkeit der Bauleitung und der Ausführenden gefragt:
• Durch umsichtiges Verhalten sind Kollisionen von Fahrzeugen und Maschinen mit Baustoffen und Bauteilen vermeidbar.
• Falsch ausgeführte Abmessungen bei Mauern und Decken sind häufige Ursache für den Abriss eines völlig neuen Bauteils und die damit verbundenen sehr ärgerlichen Kosten.

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