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Papier und Kartons
225 Kilogramm Papier verbraucht jeder Deutsche durchschnittlich in einem Jahr. Pro Kopf muss die Papierindustrie dafür jährlich knapp 1.300 Quadratmeter Wald fällen. Besonders die Herstellung konventioneller grafischer Papiere - das sind alle Erzeugnisse, die bedruckt oder beschrieben werden - belastet die Umwelt. Dabei genügt die Qualität von Recyclingpapieren heute allen professionellen Ansprüchen. Würde ihr Anteil am Papierverbrauch deutscher Bürobetriebe von derzeit 20 auf 50 Prozent steigen, könnte die Abwassermenge einer Stadt mit 45.000 Einwohnern eingespart und eine Naturfläche. halb so groß wie der Bodensee, entlastet werden, so der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Sammlung Dabei läßt sich Papier sehr gut wiederverwerten. Im Landkreis Schweinfurt wird Papier folgendermaßen gesammelt: 1. Die Papier-Bündelsammlungen, die in fast allen Gemeinden in Zusammenarbeit mit Vereinen und anderen Organisationen regelmäßig durchgeführt werden, sind vor allem für gebündelte Zeitungen, Zeitschriften, Kataloge sowie für gebündelte Kartonagen gedacht. Dieses Altpapier muss dann sortiert werden, meist per Hand.
Automatische Sortierung Papier automatisch zu sortieren galt bisher als schwierig. Neue Anlagen erzielen mit relativ geringem Aufwand eine hohe Qualität. Das Mischpapier wird zunächst auf zwei verschiedene Walzenroste gegeben. Die exzentrisch rotierenden Scheiben sortieren dann große Kartons und Folien aus, kleinere Papiere und Kartons fallen durch den großen Walzenrost durch. Der zweite Walzenrost wiederum lässt alle Schnipsel und Fremdkörper wie Metallteile und Glasscherben durchfallen. Das übrige Material, das jetzt im Wesentlichen aus Zeitungen, Zeitschriften und kleinen Kartons besteht, wird zum nächsten Förderband weitertransportiert. Dieses Fließband läuft sehr schnell, so dass die Papiere und Kartons vereinzelt werden. Die nachfolgende Optik kann jeden Gegenstand auf dem Band einzeln erfassen. Eine Videokamera erfasst Form und Farbe, ein Nahinfrarot-(NIR-)Spektroskop identifiziert die Materialart. Das Gerät weiß, was gerade auf dem Band liegt, Papier oder Karton. Was Karton ist, wird kurz nach der optischen Erkennung mit Hilfe von Druckluftdüsen vom Band geschossen.Die nachfolgende Qualitätskontrolle entfernt noch übriggebliebene Kartonagen.Staubentwicklung im Kopiergerät oder der Lebensdauer im Archiv höchsten Ansprüchen genügen. Fit für den Büroalltag sind unter anderem Recyclingpapiere mit dem "Blauen Engel". Um das Umweltzeichen zu erhalten, muss das Produkt in umweltschonenden Verfahren aus 100 Prozent Altpapier hergestellt sein und darüber hinaus strenge Normen für den Einsatz in technischen Geräten erfüllen. Die automatische Sortierung sortiert 95 Prozent aller braunen Kartonagen aus. Produkte Als Endprodukte erzielt die Anlage eine Kartonfraktion, eine minderwertige Mischpapierfraktion, in der hauptsächlich kleine Papier- und Kartonschnipsel landen, und die hochwertige "Deinkingfraktion" (ink, engl. "Tinte"), die nur aus Zeitungen, Zeitschriften und weißen Büropapieren besteht. Aus diesem Deinkingpapier entstehen nach dem Entfernen der Druckfarben in der Papierfabrik wieder grafische Papiere für Zeitschriften und Bücher. Aber auch die anderen beiden Fraktionen werden wieder in der Produktion eingesetzt, etwa für Hygienepapiere oder Wellpappe.
Altpapier ist mit 61 Prozent der wichtigste Rohstoff in der deutschen Papierherstellung. Dennoch: Während Zeitungspapier fast ausschließlich aus Altpapier entsteht, hinken Büro- und Administrationspapiere der allgemeinen Entwicklung hinterher. Dabei stehen Recyclingpapiere den herkömmlichen Produkten heute in nichts nach, was Qualität, Gebrauchseigenschaften und Aussehen betrifft.
Wissenschaftler und führende Bürogerätehersteller bestätigen, dass die Ökopapiere unter anderem hinsichtlich der |
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